Lot 471: Gottschalk & Co. AG

Deutsche Wertpapierauktionen

November 3, 2016, 2:00 PM CET
Wolfenbüttel, Germany
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Description: Kassel, Aktie 1.000 Mark 28.6.1920 (Auflage 1000, R 9). Nennwert 1932 auf 300 RM herabgesetzt. Lochentwertet (RB). Nur 10 Stück lagen im Reichsbankschatz. Randverletzungen. VF #2732. (41) Moritz Gottschalk und Johannes Coenning gründeten 1881 die Segeltuch und Schwerweberei Gottschalk. 1884 kauften sie das Gelände der Casseler Eisengießerei, die sich im damaligen Seilerweg, der späteren Schlachthofstr., befand. Ein Jahr später wurden hier Garne, Stoffe, Zelte, wasserdichte Wagendecken usw. produziert. 1905 Umwandlung in eine AG und Kauf der Weberei Dieterich und Lebon in Eschenstruth, die bis 1959 eine Filiale blieb. 1938 hatten die Nationalsozialisten die Gottschalk & Co. AG enteignet (Moritz Gottschalk war Jude) und “arisiert”. Das Unternehmen wurde mit den Textilwerken Baumann & Lederer zusammengefasst, die Mehrheit an den neuen Unternehmen, der Hansa-Schwerweberei, hielt die Kasseler Industriellenfamilie Henschel. Gottschalk starb 1943 in Berlin. Seit 1965 ist die Straße in der Kasseler Nordstadt, in der sich seine Fabrik befand, nach ihm benannt. Gottschalks Enkelin Leni Frenzel, die nach Kriegsende aus dem Exil zurückkehrte, erhielt das Unternehmen zurück und baute die Fabrik ab Sommer 1945 neu auf. An drei Standorten in Kassel, Gensungen und Zierenberg waren 1970 rund 600 Mitarbeiter beschäftigt, die Segeltuche, kunststoffbeschichtete Gewebe, Markisenstoffe, Zelte, Planen und Gartenschirme herstellten. 1990 kaufte die Fuldaer Mehler AG die Mehrheit. 1996 gingen zwei Bereiche der Weberei an das schwedische Unternehmen Borgstena AB. Ende der 90er Jahre lief die Produktion nach und nach aus. 2002 kaufte das Land Hessen das Gelände mit Blick auf die Erweiterung der benachbarten Universität. Während der documenta 12 im Jahr 2007 rückte der chinesische Künstler Ai Weiwei die Gottschalk-Fabrik auf ungewöhnliche Weise ins Blickfeld. Er holte 1000 seiner Landsleute nach Kassel, die gemeinsam das Kunstwerk “Fairytale” (Märchen) schufen. Untergebracht waren sie in der ehemaligen Gottschalk-Zwirnerei.
Condition Report: VF
Provenance: Deutschland
Notes: Archivbild. Das oben angebotene Papier kann vom dargestellten Papier abweichen.
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