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Lot 566: Internationale Industriebedarfs AG

Auction of Historic Bonds & Shares

by Deutsche Wertpapierauktionen

03 November 2016

Wolfenbüttel, Germany

Live Auction
Sold
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Description: Berlin, Aktie 10.000 Mark 15.11.1922 (Auflage ursprünglich 5000, nach diversen Kapitalmaßnahmen 1928/1933 und Umstellung auf zuletzt 100 RM NUR NOCH 60 STÜCK, R 6).
Großes Hochformat, sehr schöne sütterlin-ähnliche Umrahmung mit Blumengirlanden. Lochentwertet (RB).
Kupons kpl. anhängend. EF #59. (7)

Gründung 1922 als Finanzierungsgesellschaft für Industrie und Handel. Umbenannt 1935 in “Industriebedarfs-Finanzierung AG” und 1941 in “Wassernutzung AG”. Gesellschaftszweck war fortan “die Einführung des Hochdruckzersetzers, vor allem zur Speicherung elektrischer Energie, insbesondere der aus Wasserkraft stammenden”, die Entwicklung aller für die Verwertung der Zersetzungsprodukte notwendigen Apparate und Maschinen, ferner die Planung für Wasserkraftnutzung, Hochwasserschutz, Grundwasserregulierung und Wasserstraßen sowie die Überwachung und auch eigene Durchführung des Baues der zum Geschäftskreis der Gesellschaft gehörenden Anlagen. Zugleich zog die Gesellschaft mitten in das “offizielle” Berlin um in das Gebäude Hermann-Göring-Str. 1 (zuvor und heute Ebertstraße, umbenannt 1933, als Göring Reichsluftfahrtminister wurde) an der Schnittstelle zwischen Mitte und Tiergarten. 1953 von Amts wegen gelöscht. Das wäre die (harmlose) offizielle Beschreibung, wie sie sich aus den Börsenhandbüchern ergibt. Nun stellen sich aber folgende Fragen: Was ist ein Hochdruckzersetzer? In keiner technischen Literatur ist dieser Begriff zu finden. Was machen in einer so nebulösen AG mit einem schamhaft niedrigen Kapital von 100.000 RM der Reichsbankvizepräsident Kurt Lange und eine Handvoll Ministerialdirigenten im Aufsichtsrat? Und warum fungiert mit Prof. Maximilian Esterer ein führender Mitarbeiter des Reichswirtschaftsministeriums als Vorstand? Hauptaufgabe von Prof. Esterer in der Grundsatzabteilung des Ministeriums war übrigens der Entwurf einer deutschen Wirtschaftsordnung nach dem Krieg. Wie er sich das wohl vorgestellt hatte? Zweiter Vorstand war Konsul Wilhelm Wirtz, ein erfolgreicher auslandsdeutscher Geschäftsmann. Er lebte bis 1940 in der mexikanischen Provinzhauptstadt Puebla, konnte dorthin aber nach einer Deutschlandreise nicht zurückkehren wegen der Annäherung von Präsident Camachos (1940-46) an die USA, die 1942 mit dem Kriegseintritt Mexikos auf Seiten der Alliierten endete. Wirtz, ein überzeugter Nationalsozialist, gehörte schon 1931 zu den Gründern der Ortsgruppe Mexiko der Auslandsorganisation (AO) der NSDAP und war Vorsitzender der Landesgruppe der AO. Alle diese Fakten erscheinen äußerst ungewöhnlich. Die Wahrheit über die Tätigkeit der “Wassernutzung AG” ergibt sich auf Umwegen in den umfangreichen Archivalien über den deutsch-amerikanischen Raketenpionier Wernher von Braun. Dort ist belegt, daß Wernher von Braun im Jan. 1945 nahe der unterirdischen Raketenfabrik Mittelbau Dora bei Nordhausen mit dem dort tätigen Prof. Dr. Alfred Buch dienstlich zusammentraf. Und dieser am Bau der V2-Rakete beteiligte Prof. Buch war zugleich auch eines der beiden nicht der Ministerialbürokratie angehörenden Aufsichtsratsmitglied der “Wassernutzung AG”. Daß diese AG 1941 wie beschrieben “umetikettiert” wurde, während am 3.10.1942 in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde der erste erfolgreiche Start einer A4 (V2)-Rakete erfolgte, ist also kein Zufall. Tatsächlich nutzten die Nazis hier den Mantel einer jahrzehntelang ganz unauffällig tätig gewesenen Industrie-Vertretung und einen gerade unfreiwillig wieder in Deutschland gestrandeten regimetreuen Geschäftsmann mit internationaler Erfahrung, um unter dem Deckmantel der Arbeiten an einem gar nicht existierenden “Hochdruckzersetzer zur Speicherung elektrischer Energie insbesondere aus Wasserkraft” möglichst unauffällig die wesentlichen Komponenten für die in Peenemünde unter größter Geheimhaltung entwickelte V2-Rakete zu beschaffen. U.a. mit solchen Tarnmaßnahmen funktionierte die Geheimhaltung und Verschleierung so perfekt, daß die Alliierten erst knapp ein Jahr nach dem erfolgreichen V2-Erststart auf Peenemünde aufmerksam wurden. Erst am 17./18.8.1943 flog die Royal Air Force einen Großangriff auf das Raketen-Entwicklungszentrum.

Condition Report: EF

Notes: Archivbild. Das oben angebotene Papier kann vom dargestellten Papier abweichen.

Provenance: Deutschland

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